Über Schlaraffia

Schlaraffia ist eine weltweite Vereinigung von Männern, die der Pflege von

Kunst, Freundschaft und Humor

verpflichtet sind. Ihr Leitspruch heisst "In arte voluptas", "In der Kunst liegt das Vergnügen".

Natürlich essen und trinken die Schlaraffen ausgesprochen gerne gut, ein Bezug zum Schlaraffenland, in dem Milch und Honig fliessen und Nichtstun als Tugend gilt, besteht allerdings nicht.
Rund 11'000 Mitglieder, meist Freunde der schönen Künste, vielfach wahre Lebenskünstler, gehören in über 260 Städten rund um den Globus der Schlaraffenbewegung an.

Schlaraffia ist weder ein sog. Serviceclub noch ein Geheimbund. Schlaraffia steht vielmehr jedem Bürger offen.

Schlaraffia wurde 1859 in Prag gegründet. Dort traf sich eine zunächst vorwiegend aus Künstlern bestehende Runde, die nicht nur den schönen Künsten huldigte, sondern mit satirischer Lust die Überheblichkeit des Adels und die dünkelhafte Titels- und Ordenssucht des tonangebenden Beamtentums aufs Korn nahm.

Heute finden sich in der Schlaraffia Männer aus allen Schichten und Berufen zur Pflege von Kunst, Freundschaft und Humor. Zwischen Oktober (Lethemond) und April (Ostermond) treffen sie sich wöchentlich, um im Rahmen eines ritterlichen und humorvollen Spiels einen abwechslungsreichen Abend (Sippung) zu gestalten. Zur gegenseitigen Erheiterung und Erbauung üben sich die Mitglieder (Sassen, Recken) in vorwiegend literarischen und musikalischen Beiträgen (Fechsungen), man scherzt und spottet, streitet und ergötzt sich an Rede und Gegenrede. Politik, Religion und Geschäft, alles Profane, bleiben dabei ausgeschlossen.

An den schlaraffischen Zusammenkünften, den Sippungen, wird überall, d.h. weltweit Deutsch gesprochen. Das schlaraffische Spiel verläuft nach einem vorgeschriebenen Ceremoniale. Eine farbenfrohe Rüstung, Helm und Schwert erinnern an das alte Rittertum. Das spielerische Element zeigt sich in originellen Ritternamen, kuriosen Titeln und Orden sowie einem bizarren Vokabular, was die Loslösung vom Alltag (Profanei) eindrücklich unterstreicht.

Wem das phantasievolle schlaraffische Spiel zusagt, kann während einer Pilger- und Prüflingszeit testen, ob er sich für das spassige Tun eignet. Über die Aufnahme entscheidet eine Abstimmung. Wer als Mitglied aufgenommen ist, tritt erst in den Knappen-, dann in den Junkerstand und erfährt später mit dem Ritterschlag die höchste Standesstufe.

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